Krampfadern

Was sind Krampfadern?

Krampfadern sind erweiterte oberflächliche Venen (Blutgefäße, die das Blut zum Herzen zurück transportieren) mit defekten Klappenmechanismen. Krampfadern bilden sich bei Patienten mit ererbter Bindegewebsschwäche. Bei diesen Patienten führen folgende Faktoren zu einer Verschlechterung des Befundes:
Schwangerschaft (erhöhter Druck im Bauchraum, hormoneller Einfluß)
Übergewicht (erhöhter Druck in den Blutgefäßen, schlechtere Bindegewebsverankerung)
Stehende Tätigkeit (Schwerkraft zieht das Blut in die Beine)
Häufig beginnt die Erkrankung mit der Erweiterung kleinster oberflächlicher Gefäße, der sogenannten Besenreiservarikosis. Diese können Hinweise auf bereits größere Gefäßschwächen sein oder aber auch alleine Vorkommen und dann lediglich zu einer kosmetischen Beeinträchtigung führen. Schreitet die Erkrankung weiter fort, kommt es zur Insuffizienz größerer oberflächlicher Venen. Wir unterscheiden zwischen Seitenast und Stammvarikosis.
In diesem Stadium der Erkrankung kann es zu unterschiedlichen Beschwerden kommen, denen ein mehr oder weniger ausgeprägter Flüssigkeitsstau in den Beinen zugrunde liegt (Schweregefühl, Schmerzen, Wadenkrämpfe, Braunverfärbung der Haut u.v.m.). Bleibt die Erkrankung in diesem Stadium lange Zeit unbehandelt, schreitet sie fort und es können schwerwiegende Spätfolgen wie ein „offenes Bein“ (Ulcus cruris), Venenentzündungen und sogar tiefe Beinvenenthrombosen, als Folge einer Insuffizienz der tiefen Beinvenen, eintreten. In jedem Stadium der Erkrankung ist eine gründliche Diagnostik, vor Therapieplanung, durch Ihren Venenarzt (Phlebologen) unerlässlich.

Die Behandlung des Krampfaderleidens durch den Phlebologen

Die Behandlung des Krampfaderleidens erfolgt den o.g. Stadien der Erkrankung angepasst. Liegen lediglich kleinste Besenreiser-Adern vor, so empfehlen wir eine kostengünstige und schmerzarme kosmetische Verödungsbehandlung. Diese wird, da es sich um eine rein kosmetische Behandlung handelt, von der Krankenkasse nicht übernommen und muß vom Patienten selber getragen werden.
Sollte die Erkrankung schon weiter fortgeschritten sein, ist entweder eine dauerhafte Kompressionsbehandlung mit Kompressionsstrümpfen oder –Binden erforderlich, oder das „Ausschalten der erkrankten Venen“ durch Operation oder alternativ durch eine hochkonzentrierte Verödungsbehandlung. Diese Eingriffe werden von der Krankenkasse in der Regel übernommen und können, je nach Erkrankungsstadium ambulant oder stationär durchgeführt werden.
Sollte es bereits zu Spätfolgen der Erkrankung, wie dem „offenen Bein“ oder einer Thrombose gekommen sein, so ist eine engmaschige und dauerhafte Behandlung durch den Phlebologen unerlässlich.